Maisstroh

Geschrieben von: Robert Boehm

In Deutschland wurden letztes Jahr ca. 2.111.000 ha Mais angebaut, darunter 464.000 ha Körnermais mit einschließlich Corn-Cob-Mix, also CCM-Mais. Besonders auf diesen Flächen fällt jedes Jahr eine Vielzahl von Maisstroh an. Maisstroh, das meist nach der Ernte in gehäckselter Form als Ernterückstand auf dem Feld zurückbleibt, besteht hauptsächlich aus den  Maisstängeln samt Kolbenblättern, Schalen und Spindelresten. Aufgrund seiner Hauptbestandteile zählt Maisstroh deshalb auch zur halmgutartigen Biomasse. In Deutschland beträgt der durchschnittliche Kornertrag bei Mais zwischen 8- 10 t/ha, mit einem Korn-Stroh-Verhältnis von ca. 1:1 fallen beim Mais also in etwa 9 t Maisstroh pro Hektar an. Diese große Menge birgt eine große Nutzungsmöglichkeit.
Vorrangig wird das nach der Ernte anfallende, meist schon zerkleinerte Maisstroh mit dem Pflug in den Boden eingearbeitet. Dort stabilisiert das Maisstroh, nach mikrobiologischer Zersetzung, den Humusgehalt im Ackerboden.
Es kann aber auch eine energetische oder stoffliche Nutzung des Maisstrohs stattfinden. Dazu dürfen die Ernterückstände der Maispflanze jedoch nicht unter gepflügt werden, sondern müssen aufwendig eingesammelt und vom Feld abtransportiert werden. Arbeitserleichterung bieten hier zum Teil nur spezielle Ackermaschienen, die extra für diesen Verfahrensschritt entwickelt worden sind. Die Funktionsweise dieser Spezialmaschinen ist hier zu sehen.

Energetische Nutzung
Für eine energetische Nutzung muss das meist noch feuchte Maisstroh getrocknet werden und kann  erst dann direkt oder nach einer anschließenden Pelletierung in kleinen Öfen oder in Blockheizkraftwerken genutzt werden. Diese Art der energetischen Nutzung ist zur Zeit wenig verbreitet. Das klingt zunächst verwunderlich, denn Maisstroh hat mit 18,9 MJ/kg einen vergleichsweise recht guten Brennwert (Weizenstroh 18,5 MJ/kg, Buchenholz 19,7 MJ/kg).
Jedoch bieten sich wohl durch die aufwendige Bereitstellung des Stohs und die extra Trocknung keine wirtschaftlichen Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen. Weiterer Nachteil der Verbrennung von Maisstroh ist der hohe Aschegehalt, der zu Problemen in der Verbrennungstechnik führen kann. Anders ist das bei der energetischen Nutzung von Maisstroh in Biogasanlagen. Hier kann der Reststoff einfach ohne weitere Vorbehandlung der Biogasanlage als Substrat beigegeben werden.

Stoffliche Nutzung
Hier folgt eine kurze Auflistung von verschiedenen Produkten, die man aus Maisstroh herstellen kann. Das Angebot beschränkt sich nur auf einige wenige unterschiedlichen Einsatzbereiche, die dann auch nur einen Nischenstatus einnehmen. Als Konsumgüter gibt es verschiedene Matten, Vorhänge, Teppiche, Taschen, Körben, Möbelstücke und Schuhe, die mehr oder weniger stark aus Maisstroh produziert werden. Weiterhin gibt es verschiedene Strohfiguren oder Sterne zu Dekorationszwecken, die aus Maisstroh bestehen. In der Kleintierhaltung wird Maisstroh vereinzelnd auch als Einstreuersatz verwendet.

Quellenverzeichnis:

Martin Kaltschmitt, Hans Hartmann und Hermann Hofbauer (Hrsg.), 2009: Energie aus Biomasse. Grundlagen, Techniken und Verfahren. Springer Verlag,
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/LandForstwirtschaft/Ernte/Tabellen/Content75/FeldfruechteAnbauflaechenErntemengen.psml
http://www.fnr-server.de/ftp/pdf/literatur/pdf_33gfg17stroh.pdf


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Datum: Montag, 19. April 2010 19:26
Themengebiet: Zucker und Stärke liefernde Pflanzen | Trackback: Trackback-URL
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