Das Ende des Messias? - Kommentar zur Wald- und Buschlandrodung in Kenia zwecks Jatropha Anbau

Geschrieben von: Michael Pankratius

Das afrikanische Unternehmen Kenya Jatropha Energy will mit dem Einverständnis des Malindi County Council 50000 Hektar Wald- und Buschland in der Region Dakatch (Küstenregion Kenias) in Jatropha-Äcker umwandeln. Kenianische und internationale Umweltorganisationen protestieren lautstark gegen das Projekt. Doch der von den verständlicherweise erhitzten Gemütern proklamierter “Untergang der Wunderpflanze Jatropha” wird dieser Pflanze nicht gerecht. Aber es macht die Tragweite des Schrittes von Kenya Jatropha Energy deutlich.

Auf der Energiepflanze Jatropha lagen die Hoffnungen einer gebeutelten Ölpflanzenbranche. Anders als die meisten Energiepflanzen stellt Jatropha keine Lebensmittelkonkurrenz dar und kann auf öden und brachen Flächen angebaut werden. Der gute Eindruck und das geradezu messianische Image, das der Pflanze verliehen wurde, werden durch solche Aktionen zerstört.

Nun gilt es kühlen Kopf zu bewahren. Das Projekt Jatropha steckt noch in den Anfängen. Exakte Vorhersagen können nicht getätigt werden. Und wo ein Projekt Erfolg verspricht, sind die schwarzen Schafe, die ihre Chance auf schnelles Geld wittern, nicht weit.

Sicher ist, dass durch den Anbau in Dakatch mehr Treibhausgas frei wird, als durch Jatropha gebunden wird. Der gefällte Wald setze große Mengen an Klimagase frei, und durch Düngung oder Raffinierung entstehe ein großes Potenzial an Kohlendioxid und dem erheblich stärker wirkenden Lachgas.
Nature Kenya und Bird Life International die Vorreiter des Protestes sind sich sicher, dass der Schaden den Nutzen des Jatropha-Anbaus übersteigt.

Ihre Stimmen mögen gehört und ihre Bedenken ernst genommen werden. Einer ganzen Kulturpflanze jedoch den Krieg zu erklären wird dem Potential der Jatropha Curcas und den Ambitionen vieler Projekte nicht gerecht.

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Ein Kommentar von Michael Pankratius

Mehr zu Jatropha Curcas finden Sie in unserem Lexikon Artikel.


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Datum: Montag, 12. Juli 2010 12:04
Themengebiet: Bioenergie, Öl- und Proteinpflanzen Trackback: Trackback-URL
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