mehrwerk designlabor: Innovatives Unternehmen und Kooperationswerkstatt

„WE HAVE TO LEARN TO THINK IN A NEW WAY” LAUTET DIE DEVISE VON MEHRWERK, EINES JUNGEN DESIGNERKOLLEKTIVS AUS HALLE.
Stefan Oßwald und Sven Wüstenhagen, zwei ehemalige Studenten der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle/Saale und Gründer des mehrwerk designlabors, gehören einer neuen Generation von Designern an, die sich entschlossen haben, einen neuen, zeitgemäßen Weg zu gehen. Designen heißt für sie verantwortungsvoll mit den ihnen anvertrauten Ressourcen der Natur umzugehen und das Bestmögliche aus ihnen herauszuholen. In den Werkstoffen soll sich durch Kombination von Fehler und Zufall die Lebendigkeit spiegeln und sie zu einem stark emotional erfahrbaren Erlebnis machen.
Heute, in einer Zeit, in der Globalisierung, Ressourcenknappheit und Produktivitäts-zwänge der modernen Markwirtschaft das Denken vieler Unternehmen bestimmen, verfolgen sie ein besonderes Konzept. Dieses soll die lebendige Vielfalt unserer Erde schützen und damit die kreativen menschlichen Entfaltungsmöglichkeiten vorantreiben. Oßwald und Wüstenhagen begreifen sich als unmittelbaren Teil unserer ökologischen und kulturellen Umwelt und sehen sich als eine junge Generation von Unternehmern, die den Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihres schöpferischen Handelns stellt. Nur so kann die menschliche Existenz auf der Erde längerfristig gesichert werden, wobei diese materielle Grundlage künftig auch den ideellen, geistigen Wachstum aller Menschen und ihrer Gesellschaften voraussetzt. Das Unternehmen verfolgt also neben der Produktgestaltung auch ein übergeordnetes, gemeinnütziges Ziel: die Suche nach umweltverträglichen und nachhaltigen Lösungen in der Konsumgüterproduktion.
Als Designer nehmen sie ihre Aufgabe als gestaltbildende Vermittler, zwischen Produzenten, einen wachsenden Markt und der Ökologie wahr. Das bedeutet, dass schon bereits in der Produktentwicklung neben Produktästhetik auf die Merkmale, wie Energie-, Materialeinsparungen, Wirtschaftlichkeit, Recycling besonderen Wert gelegt wird. Die Einsatzmöglichkeiten für die verwendeten Materialien sind vielfältig. Besonders geeignet sind die Bioverbundwerkstoffe jedoch für die Herstellung flexibler Möbel, z.B. Regale, Hocker, der Fantasie sind jedoch kaum Grenzen gesetzt. Mehrwerk entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Kunden das individuell, gewünschte Produkt. Ziel ist es aber auch, für Firmenkunden Prototypen für eine serielle Fertigung zu entwickeln.
Besond eren Wert wird auf die ansprechende Oberflächengestaltung des verwendeten Materials und deren Eigenschaften gelegt; die individuelle Haptik und Ästhetik der einzelnen Produkte soll dabei möglichst erhalten und individuell herausgearbeitet werden.
Die Erfahrung, auf die sich mehrwerk beruft, fußt auf einer intensiven und langjährigen Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Forschung. Dazu zählt die Entwicklung nativer Bioverbundwerkstoffe, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik und Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Durch die Herangehensweise gelingt es mehrwerk die Spannungen zwischen ökonomischer Sparsamkeit und ökologischer Nachhaltigkeit aufzulösen.
Allerdings beeinflusst dieses vernetzte Denken nicht nur die Produktionskette, sondern auch die Kommunikation mit dem Designernachwuchs der Hochschule für Kunst und Design Halle. In einer Designer-Kooperative mit dem Unternehmen haben die Studenten die Möglichkeit innovative Ideen zu entwickeln, mit neuen, nativen Werkstoffen zu arbeiten und die Produkte auf einer Plattform zu vertreiben. In einer Art Dienstleistungssystem werden die Designer im gesamten Herstellungsprozess unterstützt und gefördert, wobei ein reger Austausch an Ideen und Erfahrungen ermöglicht wird. Dabei profitiert das Unternehmen selbst und die jungen Designstudenten sammeln wichtige Ansätze für ihr weiteres Schaffen. Gleichzeitig werden schon bereits im Studium ein bewusster Umgang mit ökologischen-nachhaltigen Material vermittelt und seine unmittelbaren Vorteile aufgezeigt.
Damit begreift Mehrwerk seine Aufgabe nicht nur als Gestalter von Konsumgütern, sondern übernimmt die Initiative für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen unserer Erde.
Stichworte: mehrwerk designlabor, Stefan Oßwald, Sven Wüstenhagen
Samstag, 19. Januar 2008 14:39
Prima Bericht, sehr aufschlussreich.
Weiter so! Wir benoetigen noch mehr Designer, die etwas von Nachwachsenden Rohnstoffen verstehen und mehr Menschen aus dem Umfeld der Nachwachsenden Rohstoffe, die etwas von Design verstehen.