Neue Hoffnungen für die Technikpflanze Miscanthus/Chinaschilf/Elefantengras

Voraus
Miscanthus/Chinaschilf/Elefantengras bringt eine trockene Biomasse von über 20 Tonnen pro Hektar, wenn sie gut vorbereitet gepflanzt wird.
Miscanthus/Chinaschilf/Elefantengras ist eine Technikpflanze, keine Ölpflanze und keine Pflanze für die Nahrungskette.
Miscanthus liefert – wenn verdieselt – sechs bis achttausend Liter pro Hektar über ein Verölungsverfahren (Fischer-Tropsch) sowohl auf industrieller als auch auf mittelständischer Basis.
COHREN arbeitet subventioniert auf industrieller Basis mit dem Fischer-Tropsch Verfahren und bekommt nachweislich die Betriebskosten nicht in den Griff ( € 1,10 – € 1,47 pro Liter hergestelltem Diesel) laut eigenen Aussagen. Die mittelständischen Firmen an ihrer Spitze MME-AG in der Nähe von Bielefeld hingegen schaffen eine Betriebskostenlage von € 0,31 - € 0,34 pro Liter hergestelltem Diesel. Beide Produktionsarten gehen von der Vollast ihrer Anlagen aus.
Bisherige praktische Situation
Die Technikpflanzen Miscanthus/Chinaschilf/Elefantengras für kalte und europäische Zonen, die Jatropha für subtropische Gegenden und Baumarten wie die Weide für nasse Gegenden haben sich stets als Konkurrent der heute noch bekannten und verarbeiteten Ölpflanzen (Raps, Mais, Weizen, Zuckerrohr, Sonnenblume etc.) gesehen. Sie haben bis heute wegen der immer noch aus den 90er Jahren bestehenden Grundmeinungen in Agenturen, bei Regierungsberatern und im Bioverband ohne wesentliche öffentliche Subventionen auf rein privater Basis und auf kleinen Flächen Erfahrungen gesammelt. Die wenigen Eingeweihten haben sichere und glaubwürdige Grundlagen für groß angelegte Kraftstoff-, Holz- und PVC- Ersatzproduktionen geschaffen. Aus hiesiger Sicht können die Ölpflanzen der Nahrungskette wieder voll zugeführt werden, während Stillegungsflächen bislang unbenutzte Flächen und Teile der Ölpflanzenflächen für ausreichenden Kraftstoffersatz als Beimischung (20% bis 2010) nachhaltig bereit gestellt werden könnten.
Politische Situation
Kürzlich hat der Umweltminister die „Beimischungsrichtlinie“ gekippt, weil der Unsinn – mit Ölpflanzen Sprit herzustellen – endlich auch bei den Verantwortlichen erkannt worden ist. Die Diskussion läuft zur Zeit auf die Technik zu, die doch bitte schön andere Möglichkeiten zum Kraftstoffausgleich „erfinden“ möge. Obwohl die Fähigkeit von Miscanthus/Chinaschilf/Elefantengras in Europa längst bekannt ist, wird die Diskussion über diese vorhandenen Technikpflanzen von oben her nicht angeschoben. Irgendwer oder was sperrt sich mit Macht gegen große Feldversuche mit Technikpflanzen; dabei wäre es doch so einfach, einem mittelständischen Unternehmen vier bis fünfhundert Hektar Anbaufläche bereit zu stellen, und auf einem nahe gelegenen Produktionsgelände einem mittelständischen Unternehmen den Nachweis von vier Millionen Litern Diesel aus Miscanthus Biomasse bei Dauerlast jährlich erbringen zu lassen.
Die ewige Konkurrenz zwischen Industrie und Mittelstand zeigt sich auch auf diesem Feld wieder und sollte aber beiden die Gelegenheit geben oben stehende Nachweise zu führen. Das Kippen der Beimischungsrichtlinie war die Voraussetzung für das sich hinwenden zu den reinen Technikpflanzen. Es geht hier nicht um nachwachsende Rohstoffe, es geht auch nicht um alternative Energie, sondern es geht um die langfristige Akzeptanz von Technikpflanzen . Sie werden zukünftig Grundlage sein, vorrangig mehr und mehr die Rohölersatzfunktion zu übernehmen. Sie werden auch die Grundlagen zu bilden haben für Hybridautos, Wasserstoff getriebene Fahrzeuge etc. Die Energieeffizienz der trockenen Biomasse aus Miscanthus/Chinaschilf/Elefantengras im mittelständischen Verfahren – bis maximal 400° Celsius – hat aus meiner Sicht bisher keine Konkurrenz.
Sollte unsere Politik etwa über die fachlichen Beratungsgremien falsch beraten werden weil die Industrie (Mercedes, VW, Schell etc.) den mittelständischen Weg versperrt?
Mir scheint das so zu sein; ich würde ja gerne mit der Industrie zusammen trockene Biomasse über Technikpflanzen schaffen. Herr Doktor Ralf Pude von der Universität Bonn 0228-732879 sollte dringend die Regierung überTechnikpflanzen und deren neuester Entwicklung wissenschaftlich beraten. Auch als Präsident des Miscanthusverbandes sollte er politisch wahrgenommen werden.
Ich wünschte sehr, diese Vorschläge würden politisch gehört und umgesetzt werden.
Ein Lösungsvorschlag
Die Albrecht von Hagen Gbr, Bonn für Deutschland und die Miscanthus PL,sp.z.o.o. in Legi, Polen – www.miscanthus-legi.com - kümmern sich zur Zeit vorrangig um die Vermehrung der Technikpflanze Miscanthus und erhalten täglich neuen Zuspruch. Wir sehen es als unsere vorrangige Aufgabe an, die genannten Technikpflanzen zu vermehren, und an Stelle von Raps und Co. bereit zu stellen. Wir haben das bisher aus eigenen Mitteln finanziert und haben dabei erkannt, dass ohne die öffentliche Akzeptanz und Unterstützung dieser Tätigkeit der deutsche Beitrag zum Kraftstoffersatz hinter den anderen europäischen Ländern weit zurück fallen wird, wenn nicht schnellstens im Umwelt- und Forschungsministerium die entsprechenden Weichen gestellt werden ( im Osten Deutschlands wäre genügend Raum für ausführliche Programme genannter Art).
Mit diesem Beitrag möchte ich alle Interessierten und alle Betroffenen zu intensiver Zusammenarbeit und Eile auffordern. Die Zeit ist schon längst davon gelaufen, die Forderung für 2010 bleibt unerfüllt und die Wünsche für 2020 könne nur erfüllt werden, wenn jeder verfügbare Quadratmeter für Technikpflanzen eher heute als morgen verwendet wird.
Die derzeitigen Rhizombestände in Europa könnten die Grundlagen schaffen, wenn sie sofort optimal eingesetzt würden. Das schaffen die privaten Vermehrer nicht allein, es bedarf politischer Rahmenbedingungen und Unterstützung.
Albrecht von Hagen 0228-6297551 – albrecht@avh-langen.de

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