Bleistift aus Wopex - Staedler schreibt Zukunft

Die Firma Stadler bringt mit dem “ersten Bleistift aus Wopex” in der Wahrnehmung der Redaktion diese Blogs eine der ganz seltenen Innovationen in einem Jahrzehnte alten Markt, nämlich dem Bleistiftmarkt, der für ebensolche nicht gerade bekannt ist.
Marketingtechnisch ist das ein sehr geschickter Schachzug, da man sich mit Hilfe solcher Innovationen sicherlich einige Aufmerksamkeit innerhalb der Branche und natürlich darüber hinaus verschaffen kann. Bei Wopex handelt es sich um einen Naturfaserverbundwerkstoff, der aus 70% heimischen Fichtenholz besteht.
Für die Verwendung von WPC als Schaftmaterial des Wopex-Bleistiftes muss der Werkstoff speziellen durchaus hohen Anforderungen genügen. So muss das die Mine umschließende Inputmaterial eine Biegebuchfestigkeit größer als 60 MPa bei einem E-Modul größer als 6.000 N/mm2 aufweisen, gleichzeitig muss sich der Stift leicht angespitzten lassen. Beides ermöglicht WOPEX augenscheinlich. Der Werkstoff erhält seine Homogenität durch die Verwendung besonders feiner Holzfasern (PEFC-zertifiziertes deutsches Sägerestholz), die Spitzbarkeit wird durch eine Kombination wachsförmiger Additive ermöglicht.
Der fertige Bleistift macht einen sehr guten, wertigen Eindruck - optisch wie haptisch. Er ist deutlich schwerer als vergleichbare konventionelle Bleistifte. Zum guten Gesamteindruck trägt die rutschfeste, samtige Oberfläche des Bleistifts bei. Hier unterscheidet sich dieser von seinen altbekannten Verwandten.
Einziger Kritikpunkt ist die Werbeaussage, dass Wopex aus 70% Holz bestehe. Hier werde Ökofreaks sicher gleich wieder misstrauisch werden. Hier wäre es sicher besser offensiv mit dem Thema umzugehen und aufzuklären, woraus die restlichen 30 Prozent der Inhaltstoffe bestehen. Da es sich um einen innovativen Werkstoff handelt, der zudem mehrheitlich aus einem nachwachsenden heimischen Rohstoff besteht, sollte keinerlei Argument existieren, warum man die 30% nicht auch offen kommuniziert, zudem nach Herstellerangaben die Holzausnutzung pro Baum höher ist.
Einen ausführlichen Blogbeitrag zum Bleistift findet man übrigens bei Lexikaliker.
Das Fazit der Redaktion: Tolles Produkt und toller Werkstoff. Dieses Beispiel sollten sich alle Hersteller traditioneller Produkte einmal genau anschauen. Vielleicht kann man den eignen Produkten mit einem innovativen Nawaro-Werkstoff auch ein modernes Facelifting verpassen.
