Pilotprojekt in Leuna: Weltweit erste Lignozellulose-Bioraffinerie

Geschrieben von: Michael Pankratius

Die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner überreichte in Berlin einen Förderbescheid über knapp 8,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an den zuständigen Forschungsverbund.
Die vollständige Verwertung von Holz soll erstmals getestet. Bislang gab es keine Bioraffinerie, mit der sämtliche Hauptkomponenten von Holz chemisch verwertet werden konnten. Eine solche Anlage gilt als enormer Fortschritt bei der effizienten Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

Mit einem speziellen Verfahren lassen sich dabei die drei wichtigsten Holzkomponenten – Zellulose, Hemicellulose und Lignin – voneinander trennen. Zellulose und Hemizellulose werden anschließend zu fermentierbaren Zuckern verarbeitet und stehen für biotechnologische Anwendungen zur Verfügung. Das Lignin kann zu Biowerkstoffen und Klebstoffen weiter verarbeitet werden oder ist als Ausgangsstoff für Chemikalien nutzbar.

Die Bioraffinerie soll bis 2012 am Chemiestandort in Leuna in Sachsen-Anhalt errichtet werden. An dem Projekt sind namhafte Partner, darunter Bayer, Evonik und die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt. Das Vorhaben wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), einem Projektträger des BMELV, betreut.

Bestätigen sich die bislang gemachten positiven Erfahrungen, wäre der Bau einer großtechnischen Lignocellulose-Bioraffinerie der nächste Schritt auf dem Weg zur industriellen Nutzung dieser neuen Technologie.


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Datum: Donnerstag, 24. Juni 2010 11:56
Themengebiet: Holz | Trackback: Trackback-URL
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