Innovationspreis für Regalsystem aus Holzpolymerwerkstoffen

Geschrieben von: KM

Eine hochfeste Laptop-Tasche aus Hanfgewebe und Balsaholz, ein bequemer Lounge-Chair aus einer papierenen Wellstegeinlage mit Naturfasergewebe als Deckschicht jetzt ein Regalsystem aus Holzpolymerwerkstoffen - all diese Einrichtungsgegenstände wurden im „mehrwerk designlabor“ in Halle entwickelt. Der grüne Gedanke steht bei den Inhabern Stefan Oßwald und Sven Wüstenhagen im Vordergrund.

Der Innovationspreis, den das Regalsystem aus Halle erhalten hat, wird alle zwei Jahre vergeben. Und zwar immer anlässlich eines internationalen Kongresses in Köln, den das nova-Institut aus Hürth ausrichtet. Dort hat sich die Mehrzahl der 350 anwesenden Experten für die Idee aus Halle entschieden. Für Stefan Oßwald ist dieser Erfolg auch Beleg dafür, dass seine im Jahr 2006 gegründete Firma auf dem richtigen Weg ist. „Das ökologische Bewusstsein der Leute ist gewachsen. Wir spüren, dass es sich mittlerweile auch auf Gebrauchsgüter ausdehnt“.
Der Erfolg des Regals zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Design und Wissenschaft in Werkstofffragen ist“, sagt Prof. Ralf Wehrspohn, Leiter des Instituts für Werkstoffmechanik. „Es ist uns gelungen, den Anteil des erdölbasierten Kunststoffs in den Hohlplatten für das spätere Regal auf ein Minimum zu reduzieren“, sagt der Physiker Michael Busch vom Fraunhofer-Institut. Das Ergebnis ein stabiler Werkstoff mit ausgezeichneten Eigenschaften.
Beim Profilextrusionsverfahren werden alle Bestandteile durchmischt und lassen sich während des Herstellungsprozesses hervorragend formen. Das bringt große Vorteile für ein ansprechendes Design. „Dadurch wird man sehr variabel“, sagt Stefan Oßwald von der Firma „mehrwerk designlabor“.

Schließlich waren es die im Fraunhofer-Institut entwickelten WPC-Profilplatten, die es Oßwald und seinem Team angetan hatten. „Durch ihren hohen Anteil an natürlichen Holzfasern konnten wir uns sie sofort in einem wohnlichen Innenbereich vorstellen“. Inzwischen liegt das Ergebnis als Prototyp vor. Es funktioniert wie ein Baukastensystem, ist also beliebig erweiterbar und lässt sich zudem einfach auf- und abbauen. Denn die Hohlkammern der einzelnen Extrusionsplatten lassen sich leicht mit weiteren Platten verbinden. Den dazu erforderlichen Klemmverbinder haben sich die Designer gleich patentieren lassen, denn er hat den Vorteil, dass er von außen nicht sichtbar ist. Stefan Oßwald ist sich sicher, dass es viele Interessenten für sein Regal gibt. „Auf Messen werden wir oft gefragt, wo man unsere Möbel kaufen kann“, so der 31-Jährige. Deshalb versucht er momentan eine Firma zu finden, die in der Lage ist, seinen Entwurf in Serie zu produzieren. „Die Stimmung ist gut und wir wollen hier Zukunft gestalten“, so Oßwald. Noch vor zehn Jahren seien Möbel aus nachwachsenden Rohstoffen als abstruse Idee abgetan worden. Aber jetzt ist das ganz groß im Kommen“.

Quelle: Firma mehrwerk designlabor, Mitteldeutschen Zeitung


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Datum: Samstag, 5. Januar 2008 9:09
Themengebiet: Holz | Trackback: Trackback-URL
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