Interview mit Daniel Pioch über die eCommerce-Aktivitäten der Holz Richter GmbH
Klaus-Martin Meyer: Herr Pioch, Sie sind eCommerce-Manager bei der Firma Holz Richter GmbH. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?
Daniel Pioch: Im Jahre 2004 hatte ich nach meiner Ausbildung zum Informationstechnischen Assistenten ein Studium der Wirtschaftsinformatik begonnen und Teilzeit bei Holz Richter gearbeitet. Gegen Ende des Jahres kam der Geschäftsführer Dr. Markus Richter auf mich zu und erläuterte mir seine Pläne, die Internetaktivitäten auszubauen. Kurze Zeit später wurde durch steigenden Umsätze und größeren Zeitaufwand eine Vollzeitstelle unausweichlich und so habe ich das Studium vorzeitig beendet. Durch die enge Zusammenarbeit und die eingeräumten Freiheiten konnte ich schnell eine Abteilung mit mehreren Mitarbeitern aufbauen.
Die Holz Richter GmbH gibt es nun seit 1959. Als kleiner Familienbetrieb gegründet zählt sie heute zu den namhaftesten und größten Holzhandlungen Deutschlands. Auf mittlerweile 30.000 Quadratmetern Gesamtbetriebsfläche lagern wir u. a. Holzfußböden, Platten, Außendielen, Türen, Garten- und Schnitthölzer und vieles mehr.
Klaus-Martin Meyer: Als Handelsfirma mit einer langen Tradition agieren Sie auch im Internet. In diesem Terrain tun sich selbst jung Firmen im Bereich nachwachsender Rohstoffe sehr schwer. Wie haben Sie es geschafft, diesen Marketing-Channel erfolgreich aufzubauen?
Daniel Pioch: Zu Beginn habe ich alleine mit dem Ebay-Handel begonnen. Vereinzelte Artikel dort anzubieten hat gezeigt, dass im Internet noch eine Menge Potenzial liegt. Nachdem wir dann den ersten Onlineshop gestartet haben, war uns immer wichtig, die kompetente Fachberatung unserer geschulten Mitarbeiter auch ins Internet zu übertragen. Viele Außenstehende waren der Meinung, einen Holzfußböden könne man doch nicht im Internet kaufen, den muss man vorher gesehen haben. Doch auch diese Hürde haben wir in unserem Parkett-Store24 top Artikelbildern, verschiedenen Zahlungsmethoden und Sicherheitszertifikaten wie z. B. das „Trusted Shops“-Logo überwunden.
Klaus-Martin Meyer: Könnten Sie unseren Leser vielleicht einmal kurz skizzieren, welche Online-Marketing-Ansätze Sie verfolgen? Was betreiben Sie inhouse und werden auch Bereiche an externe Agenturen vergeben?
Daniel Pioch: Momentan betreiben wir alle Marketing-Kanäle erfolgreich inhouse. Wir hatten bereits kurze Gastspiele mit verschiedenen Agenturen, die leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Dazu gehören hauptsächlich das SEM, die SEO, Online-PR und SMO. Als nächstes sollen das Email-Marketing und das Affiliate-Marketing folgen.
Klaus-Martin Meyer: Können Sie auch etwas dazu sagen, welchen Einfluss die Online-Aktivitäten auf Ihr stationäres Geschäft haben?
Daniel Pioch: Der stationäre Handel konnte durch die erfolgreiche Internetaktivität ebenfalls profitieren. Vielen Kunden, die unseren Onlineshop im Internet entdeckt haben, wollten es sich nicht nehmen lassen die wohl größte und umfangreichste Ausstellung für Holzfußböden deutscher und internationaler Markenhersteller zu sehen. Wir konnten so unser Einzugsgebiet erweitern.
Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss fragen wir wie üblich nach einem Ausblick. Wie wird sich aus Ihrer Sicht der Internetvertrieb Ihrer Holzprodukte in den kommenden fünf Jahren entwickeln?
Daniel Pioch: Der Internetvertrieb unserer Holzprodukte wird sich in den nächsten fünf Jahren kontinuierlich steigern. Davon bin ich überzeugt. Neben unserem momentanen Angeboten an Holzfußböden, Gartenmöbeln, Außendielen, Grills, Saunen und Kaminen werden weitere Sortimentsbereiche dem Weg ins Internet folgen. Wir möchten unseren Standpunkt im nationalen und internationalen Internethandel weiter ausbreiten und unseren Bekanntheitsgrad bei den Internetnutzern weiter steigern. Das Internet ist schnelllebig und lässt keine Pause zu. Wir arbeiten ständig an Verbesserungen unserer Seiten und neuen Ideen.
Stichworte: Holz Richter GmbH
Donnerstag, 4. Dezember 2008 7:41
Die Firma Holz Richter kennt man ja als Ex Kölner. Ich hab die Ecommerce Aktivitäten schon früher beobachtet. Ich frag mich aber, warum man bei den Einzelnen Shopprojekten fast komplett aufs Branding verzichtet hat. Verschenkt man damit nicht enormes Potential?