Terra Preta
Unter Terra Preta (Portugiesisch: „schwarze Erde“) versteht man eine von Menschen gemachte Bodenart, die vorwiegend in Amazonien zu finden ist. Der Boden besteht neben normalem Humus aus Holzkohle, Muschelkalk, Tonscherben, Abfällen, sowie Knochen und Fäkalien. Früher betrieben die Indianer auf diesem Boden ihren Ackerbau. Heute macht man sich dieses Wissen zu nutze und bildet den Boden nach. In diesem Falle wird von Terra Preta Nova gesprochen.
Generell ist der Boden in Amazonien eher unfruchtbar und nur schwer ackerbaulich nutzbar. Forscher haben jedoch über das ganze Amazonas- Becken verteilt Landstriche mit schwarzer Erde gefunden, die einen sehr hohen Nährstoffanteil besitzt. In diesem Boden können Bauern dauerhaft drei bis vier Mal mehr ernten, als auf dem normalen Tropenboden, der nach wenigen Jahren des Anbaus erschöpft ist.
Die Indianer betrieben noch weit vor der Ankunft der Spanier intensive Landwirtschaft, indem sie ihre Felder mit organischen Abfällen und verkohlten Pflanzenresten düngten. Der entscheidende Unterschied ist, dass Terra Preta fünf Mal mehr Kohlenstoff pro Kilogramm Erde enthält, als der normale Boden. Die Nährstoffe binden an die Kohle, so dass sie kaum ausgewaschen werden. Für die Pflanzen hingegen sind die Nährstoffe frei verfügbar.
Durch die klimatischen Bedingungen kommt es zu einem symbiotischen Zusammenwirken von Mikroorganismen, Pilzen und den Kohlepartikeln, wodurch ein höherer organischer Anteil im Boden entsteht. Durch weiteres organisches Material, dass auf den Oberboden fällt und zersetzt wird, regeneriert der Boden von selbst. Sowohl an Masse als auch an Nährstoffen. Der normale Tropenboden hat nur eine wenige Zentimeter dicke Humusschicht. In den Gebieten der Terra Preta hingegen, reicht die Schicht durchschnittlich 30 cm tief.
1542 kamen die ersten Europäer in den Amazonas. Der spanische Konquistador Francisco de Orellana berichtete von Siedlungen und ummauerten Städten, die von fruchtbarem Land umgeben waren. Als fünfzig Jahre später spanische Siedler nach Amazonien kamen, waren die Menschen allerdings verschwunden. Lange Zeit hielt man Orellanas Darstellungen als Erdichtung. Mit dem heutigen Hintergrundwissen, das der Ackerbau auf Terra Preta eine große Anzahl an Menschen ernähren konnte, ist Orellanas Bericht glaubwürdiger.
Heutzutage versucht man durch die gezielte Nachbildung von Terra Preta in Amazonien den Brandrodung- Kreislauf zu durchbrechen und einen nachhaltigen Anbau zu etablieren.
Auch in Europa bieten verschiedene Unternehmen Terra Preta für den Gartenbau, für Zimmerpflanzen und für die Landwirtschaft auf dem Markt an. Beworben wird das Produkt als verbesserte Schwarzerde, die zusätzlich durch langfristige CO2 Speicherung einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
Stichworte: Mikroorganismen, Terra Preta

Samstag, 20. Februar 2010 20:50
[…] Terra Preta ist eine an Nährstoffen reiche Erde, deren Zusammensetzung die Forscher lange vor Rätsel stellte.Terra Preta enthält neben Holzkohle, Überreste von organischen Abfällen wie Fäkalien, Knochen und zerbrochene Muscheln. Bodenproben ergaben überraschende Erkenntnisse. Auf Terra Preta wachsen Pflanzen schneller und bringen einen höheren Ertrag als auf der unfruchtbaren Urwalderde. […]
Samstag, 20. Februar 2010 20:50
[…] Venture werden die beiden Firmen künftig gemeinsam ein neues Produkt herstellen und vermarkten: Terra Preta, die „schwarze Erde“. Im rheinland-pfälzischen Hengstbacherhof (Donnersbergkreis) errichten […]
Montag, 1. März 2010 18:42
Wir vertreiben übrigens als Entwickler der hiesigen Variante der Schwarzerde in Deutschland TERRA PRETA Produkte für den Hobbygärtner und den Innenbereich. Das Sortiment reicht von Biokohle bis neuer Schwarzerde.