Pflanzliche Insektizide - Bioinsektizide - Biotoxine
Pflanzliche Insektizide bestehen aus den natürlichen Abwehrstoffen der Pflanzen, die für Insekten hoch toxisch, jedoch für den Menschen meist ungefährlich sind. Zusätzlich zur antiparasitären Wirkung sind die pflanzlichen Inhaltsstoffe biologisch abbaubar. Hinsichtlich ihrer Wirkung unterscheiden sie sich nicht von synthetischen Mitteln, allerdings bauen sie sich wesentlich schneller wieder ab.
Ein Nachteil der Bioinsektizide besteht darin, dass sie keine systemische Wirkung besitzen.
Trotz der relativ kurzen Zeit von rund 50 Jahren in denen Insektizide synthetische produziert werden, scheinen pflanzliche Insektizide aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit geraten zu sein.
Jedoch im Hinblick auf Rückstände und Toxizität findet derzeit eine schleichende Rückbesinnung statt, die durchaus angebracht erscheint.
Bereits lange vor dieser Entwicklung wurden Naturstoffe aus Pflanzen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Rund 2000 Pflanzen sind heute bekannt, die geeignete Insektizide beinhalten. Jedoch nur ein verschwinden geringer Teil davon hat den Weg zum Anbau und kommerziellen Vertrieb gefunden. Da pflanzliche Insektizide aufgrund der hohen Produktionskosten und der wichtigsten Wirkungseigenschaften nicht mit organischen Mitteln konkurrieren können, ist diesen Mitteln keine große Zukunft beschieden. Auch wenn heute die Anbauflächen vergrößert werden und durch züchterische Maßnahmen versucht wird, die Wirkstofferträge zu erhöhen.
Die Rückstände synthetischer Wirkstoffe gelangen von den Pflanzenteilen in den menschlichen Organismus und können durch Akkumulation eine Konzentration erreichen, die schädlich sein und zu Krankheiten führen kann.
Man unterscheidet pflanzliche Insektizide nach ihrer Wirkung.
Kontaktinsektizide: Insekten werden bereits durch Kontakt wie das Aufsitzen auf der Pflanze durch die Gifte getötet. Die Wirkstoffe durchdringen die Haut und lähmen deren Körperfunktionen.
Hemmstoffe: Hormonartige Substanzen, die physiologische Abläufe der Insekten, wie Verpuppen oder Schlüpfen stören.
Antifeedants: Toxische Stoffe, die die Insekten hindern von der Pflanze zu fressen und dadurch den Hungertod herbeiführen.
Die toxischen Substanzen können in Wurzeln, Blättern, Blüten oder Früchten enthalten sein. Zu den bekanntesten insektiziden Stoffen zählen Nikotin, Rotenon und insbesondere Pyrethrine, die unter anderem aus der Insektenblume gewonnen werden.
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Quellenverzeichniss:
Beye, F. (2010): Insektizide aus dem Pflanzenreich, aus Biologie in unserer Zeit 2/2010
Bickel-Sandkötter, S. (2001): Nutzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe, Quelle & Meyer Verlag
Franke, W. (2007): Nutzpflanzenkunde, Thieme
Schlee, D. (1992): Ökologische Biochemie, Springer Verlag
Geschrieben von Michael Pankratius - Lexikon Nachwachsende Rohstoffe
Stichworte: Insektizide
