Igniscum
Botanik und Biologie
Die Art Fallopia sachalinensis (`Sachalin-Staudenknöterich´) gehört zur Gattung der Fallopia (`Flügelknöteriche´) aus der Familie der Polygonaceae (`Knöterichgewächse´). Hierbei handelt es sich um den Wildtyp.
Ihren Ursprung hat Fallopia sachalinensis auf dem südlichen Teil der Halbinsel Sachalin (Russland), den südlichen Kurilen sowie den japanischen Inseln Hokkaido und Honshu. 1863 wurde die Pflanze zum ersten Mal nach Europa gebracht und als Zierpflanze kultiviert. Heute ist Fallopia sachalinensis überall in Europa mit Ausnahme der mediterranen Gebiete verbreitet. Sie gilt als invasive Pflanze.
Fallopia sachalinensis baut aus unterirdischen Rhizomen dichte Bestände aus krautigen Stängeln auf. Die Bestände verbreiten sich durch Rhizomwachstum. Aus Rhizom- und Sprossfragmenten können neue Kolonien entstehen. Das Potential zur vegetativen Regeneration ist bei dieser Art geringer, als bei den anderen Staudenknötericharten. Obwohl die Art keimfähige Samen produziert, stammen viele Bestände aus vegetativer Vermehrung und der Ausbreitung von Spross- und Rhizomstücken
Besser bekannt ist das Staudengewächs unter dem Namen Igniscum.
Igniscum – Anbau und Standortbedingungen
Igniscum gilt als die kultivierbare Form, die durch 20 Jahre Züchtung runde Horste bildet und sich nicht wie die Wildform unkontrolliert ausbreitet. Ihre Standorttreue und Massenwachstum unterscheiden sie vom Wildtyp.
Der in Deutschland gezüchtete Igniscum ist eine winterharte, sehr schnellwüchsige, mehrjährige Pflanze, die bambusartige Stiele produziert. Im Herbst sterben die oberirdischen Organe, wie Stängel und Blätter ab. Im Frühjahr treibt die Pflanze neu aus und erreicht den gleichen Biomassewuchs, wie im Vorjahr.
Igniscum kann pro Tag bis zu 10 cm Höhenwachstum aufweisen. Dadurch kommt es zu 2- 3 Ernten pro Jahr und einem Ertrag von rund 450 Tonnen pro Hektar.
Nach 3 Jahren hat die Pflanze ihren Höchstertrag erreicht, der in den Folgejahren stetig bleibt. Als Dauerkultur angelegt kann Igniscum 20 Jahre in Folge genutzt werden.
Zur Pflanzung und zur Ernte können gängige landwirtschaftliche Maschinen eingesetzt werden.
Igniscum ist eine Lichtbedürftige Pflanze, die sowohl auf trockenen als auch auf feuchten Standorten, sowohl auf leichten, als auf schweren Böden wächst. Prinzipiell eignen sich alle ackerbaulich nutzbaren Standorten. Einzig staunasse Böden verträgt Igniscum nicht. 400 mm Jahresniederschlag sind ausreichend. Sie verträgt Höhenlagen bis zu 750m über NN.
Die Jungpflanze wird zumeist als Ballenware mit herkömmlichen Forst- oder Gemüsepflanzmaschinen gepflanzt. Die Kultur benötigt nur eine geringe Düngung und kaum Schädlingsbekämpfung.
Nutzung
Vor ein paar Jahren ist man auf Igniscum als Energiepflanze aufmerksam geworden. Für sie spricht ein hohes Massenwachstum und ein Holz- ähnlicher Brennwert.
Vor dem Winteraustrieb kann man die Pflanze als Trockenmasse ernten und zur Verbrennung verwenden. Im Sommer wird die Frischmasse geerntet, die sich durch Vergärung in Biogasanlagen verwenden lässt.
Nach InfraServ Knapsack (2005) hat Igniscum einen Heizwert von 16,6 kJ/g. Im Vergleich dazu beträgt der Heizwert von Waldrestholz 15,6 kJ/g (Leitfaden Bioenergie 2005).
Stichworte: Bioenergie, Energiepflanze, Fallopia sachalinensis, Igniscum

Samstag, 20. Februar 2010 20:58
[…] strategischer Partner in Großprojekten/ Sortenschutznehmer und Berater für die Pflanzenzüchtung IGNISCUM auf und übernimmt im inneren Bereich der Gruppe die Rohstoffsicherung. Neben der Verwendung von […]
Samstag, 20. Februar 2010 20:58
[…] Investor eines Pelletierwerks nach Angaben von berlinonline.de den Anbau von insgesamt 4000 Hektar Igniscum. Hierfür wurden auch Landesmittel in Aussicht gestellt. Die Förderung wird an die Auflage […]