Kapokbaum - Ceiba pentandra L. - Wollbaum - silk cottontree - Seidenwollbaum - Kapokfaser
Taxonomie und Verbreitung
Ceiba pentandra L. (Kapokbaum) ist ein tropischer Baum und eine von 17 Ceiba Arten aus der Familie der Malvaceae (Malvengewächse). Aufgrund seiner nutzbaren Fasern (Kapok) wird er landläufig auch Wollbaum genannt.
Der Kapokbaum erreicht eine Höhe von bis zu 60 Metern und zählt damit zu den Urwaldriesen und zu den höchsten Bäumen des tropischen Regenwaldes überhaupt.
Seine ursprüngliche Heimat hat der Kapokbaum in den immergrünen Feuchtwäldern, aber auch in den Trocken- und Galeriewäldern Süd- und Mittelamerikas. Als nachwachsender Rohstoff dient Ceiba pentandra zur Gewinnung von Kapokfasern, dazu wird er auch außerhalb der Heimat in Südost-Asien und Afrika kultiviert.
Die Hauptproduktion findet in Südostasien statt, wobei Indonesien die Vorreiterrolle übernimmt.
Bombax ceiba L oder B. malabaricum DC. (Asiatischer Kapok) ist ein dem Ceiba pentandra ähnlicher in Südost-Asien heimischer Baum, dessen nicht ganz so gut bewerteten Fruchthaare beinahe die Hälfte der Weltkapokproduktion ausmachen.
Biologie und Habitus
Der glatte Stamm kann einen Durchmesser von bis zu 3 Metern erreichen und wird meist durch ausgeprägte, meterhohe Brettwurzeln gestützt. Je nach Individuum ist der Stamm mit kegelförmigen Stacheln bedeckt. Die Krone wird durch regelmäßige in waagerechten Etagen abstehende Äste gebildet. Handförmig gefingerte Blätter zwischen 5 und 20 cm mit rötlicher Ausfärbung sprießen aus den Ästen hervor und werden zu Beginn der Trockenzeit abgeworfen. Nach dem Blattwurf erscheinen an den Zweigenden büschelweise weiß oder rosa gefärbte Blüten, die durch Wind-, Insekten- oder Fledermausbestäubung Fruchtkapseln ausbilden. Die ledrigen Früchte sind zwischen 10 bis 30 cm groß, haben eine ovale Gestalt und sind je nach Art geöffnet oder geschlossen. In den Fruchtkapseln reifen bis zu 100 braunschwarze Samen heran, die in gelblich weißen Fruchthaaren gebettet sind. Die 2 bis 4 cm langen, einzelligen Samenhaare, auch als Pflanzendaunen oder Kapok bezeichnet, entspringen der Innenepidermis des Endokarps (Fruchtwand). Aufgrund ihrer dünnen Wand, ihres großen Lumens sowie ihrer Glätte durch einen feinen Wachsüberzug, lassen sich die Fasern nicht verspinnen. Kapok besteht zu 64 Prozent aus Zellulose und Hemizellulose.
Anbau und Standort
Ceiba pentandra ist ein lichtbedürftiger Baum und benötigt 1000 bis 1500 mm Niederschlag während der Regenzeit. Der Kapokbaum verträgt kurze Trockenzeiten, da der Stamm Wasservorräte einlagert. Staunässe sollte vermieden werden, da dadurch ein erhöhtes Risiko besteht, dass die Wurzel oder Stammbasis an Fäule erkrankt.
Wildwachsend benötigt der Baum keine weitere Pflege- und Zuchtmaßnahmen. In Gewächshäusern oder beheizten Wintergärten, in denen er auf einer Höhe zwischen 5 und 25 Metern gehalten wird, erfolgen ein jährlicher Schnitt und wöchentliche Gaben flüssigen Volldüngers, während der vegetativen Phase. Schädlinge stellen keine Gefahr dar.
Der Kapokbaum produzierte vom 5. bis zum 60. Lebensjahr Früchte.
Ernte
Die erntereifen Früchte werden von Hand gepflückt oder mit Stangen abgeschlagen. Danach werden die Kapseln geöffnet und an der Sonne getrocknet um anschließend in einer Gebläsekammer die Samen von den Fasern zu trennen. Die Kapokfasern erfahren nach der Ernte keine weitere Behandlung, weder natürliche Wäsche noch chemische Aufbereitung. Sie werden naturbelassen verwendet.
Als Ernteerträge rechnet man mit 4,5 – 6 dt/ha Fasern und 0,7 – 1,4 t/ha Samen. In einer Reinkultur in Java wurden im dritten Jahr 130 bis 150 kg/ha und später 2000 bis 4000 kg/ha Kapok gewonnen. Heute rechnet man durchschnittlich damit, dass ein Kapokbaum pro Jahr rund 20 kg Fasern liefert
Nutzung
Die Samen enthalten 22 bis 25 Prozent fettes Öl, das als Lampenöl und zur Seifenherstellung genutzt wird.
Die Kapokfaser hat aufgrund eines Lufteinschlusses von 80 Prozent eine hohe Tragfähigkeit im Wasser, die das 30fache des Eigengewichts ausmacht (zum Vergleich: Kork nur das 3fache). Damit ist Kapok die leichteste natürliche hohle Textilfaser der Welt und eignet sich besonders gut als Isolier- und Stopfmaterial, sowie zur Herstellung von Schwimmwesten und Rettungsringen.
Auch als Füllmaterial für Matratzen, Kissen und Betten ist Kapok bestens geeignet, da durch die extreme Leichtigkeit Kapokmatratzen 30–50 Prozent leichter sind als Naturmatratzen. Weitere Vorteile sind, dass die Fasern durch ihre seidig-glatte Oberfläche nicht filzen oder klumpen wie Wolle oder Baumwolle. Eine natürliche Wachsbeschichtung sorgt dafür, dass Feuchtigkeit rasch weitergeleitet, aber nicht aufgesaugt und zurückgehalten wird, so dass sich dass bei Matratzen gefürchtete feuchtwarme Bakterienklima nicht entwickeln kann. Da Kapok nicht chemisch behandelt ist, greifen immer mehr Menschen auf diese Art des Füllmaterials zurück.
Neusten Entwicklungen nach wird aus Kapok ein Vliesstoff hergestellt, der als Dämmstoff unter anderem bei der Trittschalldämmung von Parkett eingesetzt wird.
Des weitern ist die Kapokfaser seit langem wegen ihrer anti-bakteriellen Wirkung bekannt. In älteren Kulturen und auch heute noch wird sie zur Wundversorgung verwendet.
Für bestimmte Indianerkulturen Mittelamerikas hat der Baum eine große mythologische Bedeutung. Nicaragua trägt diese Pflanze in seinem Staatswappen.
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Quellenangabe:
Bärtels, A. (2002): Tropenpflanzen, Ulmer
Bickel-Sandkötter, S. (2001): Nutzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe, Quelle & Meyer Verlag
Franke, W. (2007): Nutzpflanzenkunde, Thieme
Rickert, S. (2008): Der Kapokbaum, Vereinigung der Freunde des Botanischen Gartens Zürich, 42.Jahrgang, Nr.1, Januar 2008
www.ergovitalis.de (2010): http://www.ergovitalis.de/material/80-kapok, aufgerufen am 10.April 2010
www.Flora-Toskana.de (2010): http://www.flora-toskana.de/onlineshop2/product_info.php?pName=ceiba-pentandra-kapokbaum-seidenwollbaum&cName=pflanzen-az-botanisch-c, Aufgerufen am 10.April 2010
Geschrieben von Michael Pankratius
Stichworte: Kapok, Kapokbaum, Naturfaser
