Interview mit Markus Sauerhammer zum „Freizeitpark im Hanffeld“
Klaus-Martin Meyer: Markus, Du bist einer der Initiatoren eines “Freizeitparks im Hanffeld”. Könntest Du Dich, Deine Mitstreiter und Euer Projekt bitte kurz vorstellen?
Markus Sauerhammer: Das Gründerteam vom „Freizeitpark im Hanffeld“ setzt sich aus Christian Gehret, Thomas Gutmann und mir zusammen. Christian und ich sind zusammen aufgewachsen und haben während unseres Studiums an der Fachhochschule Weihenstephan das „Labyrinth im Hanffeld“ in Freising organisiert. Damals war das ganze als einmaliges Angebot gedacht. Der Erfolg des Projektes, vor allem aber die begeisterten Rückmeldungen unserer Besucher haben uns dann allerdings ins Grübeln gebracht, ob da nicht noch mehr Potenzial hinter Idee steckt. Hier haben wir dann Tom in unser Team aufgenommen und sind seit gut einem halben Jahr dabei unsere Idee weiterzuentwickeln. Ab dem Sommer 2009 werden wir unseren Besuchern ein Ausflugsziel bieten, welches die Komponenten Spaß, Natur und Bildung in sich vereint. Weitere Details zum Programm werden wir in der nächsten Zeit auf unserer Homepage veröffentlichen.
Klaus-Martin Meyer: Wie wichtig ist angesichts von 20.000 Besuchern - wie in der Presse zu lesen ist - noch die Produktion des Rohstoffs Hanf?
Markus Sauerhammer: Der Erlös aus dem Anbau von Nutzhanf hat rein finanziell betrachtet natürlich eine untergeordnete Rolle. Er stellt aber trotzdem einen der Kernpunkte unseres Konzeptes dar. Wir wollen unseren Besuchern das Potenzial der nachwachsenden Rohstoffe näher bringen. Welche Pflanze würde sich hier besser eigenen als Nutzhanf? Hanf ist eine der ältesten und vielseitigsten Kulturpflanzen der Welt. So wurde z.B. die Gutenberg-Bibel auf Hanfpapier gedruckt oder die erste Levi-Jeans aus Hanftextilien geschneidert. Bereits 1941 präsentierte der Automobilpionier Henry Ford ein Auto, dass auf dem Acker wuchs. Hier wurde die Karosserie zum großen Teil aus Hanf gefertigt und der Motor verbrannte Hanföl. Gerade in Zeiten knapper fossiler Ressourcen ist es unserer Meinung nach wichtig, eine breite Öffentlichkeit auf die Möglichkeiten durch die nachwachsenden Rohstoffe hinzuweisen. Vielleicht können wir ja einen kleinen Beitrag zu einem nachhaltigeren Denken und Handeln in unserer Gesellschaft leisten.
Klaus-Martin Meyer: Eurer Webseite ist zu entnehmen, dass Ihr Produkte von Hempro/HanfHaus vertreibt und mit Thermo-Hanf wurde ein Sponsor gefunden. In wieweit profitieren diese Player von Eurem Projekt?
Markus Sauerhammer: Wir haben bereits bei den beiden Hanflabyrinthen die Nähe zu Partnern aus der Nutzhanfbranche gesucht. In unserem Ausflugsziel haben die Besucher so nicht nur die Möglichkeit, die Pflanze Nutzhanf kennen zu lernen, sondern können auch etwas über die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten und Produkte erfahren. Unseren Partnern bieten wir somit nicht nur einen neuen Vertriebskanal sondern auch eine einmalige Präsentationsplattform für ihre Produkte.
Klaus-Martin Meyer: Auch die Stoffkontor Kranz AG plant einen “touristischen Park” rund um das Thema Brennnesseln. Gibt es da ggf. Möglichkeiten der Kooperation? Seid Ihr auch offen für andere Pflanzen?
Markus Sauerhammer: Für Kooperationen sind wir grundsätzlich immer offen, wenn diese sinnvoll sind. Wir werden in unseren Parks aber nicht nur den Nutzhanf vorstellen. In einem „grünen Lehrpfad“ wird eine Vielzahl weiterer Kulturpflanzen vorgestellt. Angefangen von den Pflanzen selbst, über den Anbau bis hin zu den fertigen Verarbeitungsprodukten. Warum soll man da nicht auch die Brennnessel vorstellen?
Klaus-Martin Meyer: Ihr seit mit Eurem Projekt beim “enable2start”-Wettbewerb der Financial Times am Start? Wie Hilfreich ist für Euch im Allgemeinen das Presse-Echo?
Markus Sauerhammer: Inzwischen ist es ja offiziell, dass wir zu den 12 Finalisten beim Wettbewerb „enable2start“ gehören, worüber wir uns riesig gefreut haben. Wenn man mit seiner Geschäftsidee eine breite Öffentlichkeit erreichen will, ist gerade für ein Start-up-Unternehmen eine umfangreiche Berichterstattung in den Medien unbezahlbar. Wir hoffen, dass wir mit unserer Geschäftsidee die Aufmerksamkeit von Presse und Bloggern wecken können.
Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss unsere Standardfrage. Wie werden sich die “Freizeitparks im Hanffeld” in den kommenden fünf Jahren entwickeln?
Markus Sauerhammer: Bis dahin wird sich der „Freizeitpark im Hanffeld“ etabliert haben. Wir wollen in den kommenden fünf Jahren mindestens 15 Standorte in ganz Deutschland eröffnen. Darüber hinaus werden wir am Ausbau und der Verbesserung unseres Angebotes arbeiten – wofür wir schon eine Reihe lustiger und lehrreicher Ideen haben!
Stichworte: Hanf-Labyrinth, Thermo-Hanf
Samstag, 1. November 2008 8:43
[…] bei der Gelegenheit nochmal auf das Interview, welches wir vor kurzem mit Markus Sauerhammer an dieser Stelle hier geführt […]