“Weiterhin einen steigenden!” - Karl-Wilhelm Wollenhaupt (Dattelner Hanf e.V.) über den Stellenwert von Hanf

Geschrieben von: KM

Klaus-Martin Meyer: Herr Wollenhaupt, Sie sind eine der treibenden Kräfte des “Dattelner Hanf e.V.“. Können Sie sich und ihren Verein bitte kurz vorstellen?

Karl-Wilhelm Wollenhaupt: Der Dattelner Hanf e.V. wurde 1997 von Menschen gegründet, die aus den Bereichen Kirche, Politik und Gewerkschaften kamen. Wir sind eine “Info-Börse” und gehen an die Öffentlichkeit, wenden uns an alle, die gesund leben wollen. Wir stehen als Ansprechpartner für Veranstaltungen zur Verfügung, um die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile von Hanf darzustellen. Wir wollen Anregungen geben, um Produkte aus Nutzhanf herzustellen.
Wir stellen ein Netzwerk zu Produzenten von Hanfprodukten her, um weitere Anwendungsprodukte von Nutzhanf vorzustellen.
Über die Produktherstellung und durch die regionale Vermarktung dieser Erzeugnisse wollen wir Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen. Damit soll ein kleiner, aber beispielhafter Beitrag, durch die Verbindung von Ökologie und Ökonomie die Gesundheit zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen.
Soweit die Hauptziele unserer Vereinsarbeit, wobei die Schaffung von Arbeitsplätzen sich bisher im gewünschten Maße nicht hat umsetzen lassen.
Ich selbst bin 61 Jahre alt, Stadtjugendpfleger (in Altersteilzeit), in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert und arbeite im Vereinsvorstand mit.

Klaus-Martin Meyer: Können Sie uns über ein paar Meilensteine aus ihrer Vereinsarbeit berichten, die den Hanf bei Ihnen in Datteln besonders nach vorne gebracht haben?

Karl-Wilhelm Wollenhaupt: Wir konnten einen Mühlenbetrieb in der Nachbarstadt Waltrop gewinnen, Hanföl zu verpressen und anzubieten. Das hat das Interesse und die Nachfrage nach weiteren Produkten in der Region deutlich verstärkt.
In Zusammenarbeit mit zwei Waltroper Landwirten haben wir Hanflabyrinthe durchgeführt, die ein großes Echo, u.a. in den Medien hervorriefen. Dieser erfolgversprechende Ansatz kam aber zum Erliegen, da der Ernteverkauf aufgrund der Insolvenz einer ostwestfälischen Aufschlußanlage nicht mehr möglich war.

Klaus-Martin Meyer: Welchen Stellenwert hat aus Ihrer Sicht der nachwachsende Rohstoff Hanf insgesamt heute - mehr als zehn Jahre nach ihrer Vereinsgründung?

Karl-Wilhelm Wollenhaupt: Weiterhin einen steigenden! Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, Klimawandel usw. öffnen das Bewusstsein vieler Menschen. Das gilt natürlich nicht nur für den Hanf, sondern für nachwachsende Rohstoffe insgesamt. Trotzdem stellen wir immer wieder und immer noch (in allen Alters- und Gesellschaftsschichten) fest, dass das Wissen um den (drogenfreien) Nutzhanf zu wenig verbreitet ist ( “… ist das denn erlaubt?”).

Klaus-Martin Meyer: Gestern wurde bekannt gegeben, dass der “Freizeitpark im Hanffeld” beim Gründerwettbewerb der Financial Times zu den fünf Siegern gehört. Ist das der richtige Weg über das Vehikle “Hanflabyrinth” die Menschen für den Hanf zu interessieren, um damit den Rohstoff bekannt zu machen und nebenbei Hanfprodukte zu verkaufen?

Karl-Wilhelm Wollenhaupt: Ein klares “Ja”! Wir haben ja, wie bereits gesagt, auch schon diese Erfahrung gemacht. Bei Klärung des Ernte-Absatzes wären wir sofort wieder dabei!

Klaus-Martin Meyer: Welche wesentlichen Entwicklungen sehen Sie für den Hanf im allgemeinen und ihre Vereinsarbeit im besonderen für die kommenden fünf Jahre?

Karl-Wilhelm Wollenhaupt: Wenn es uns (und anderen) gelingt, weiterhin Vorurteile abzubauen, den Nutzhanf also aus der “Drogen-Ecke” herauszubringen und über Informationsarbeit Hanf-Produkte weiter bekannt zu machen, sollte sich der Hanf in unserer Region etablieren können. Leider fehlt hier in Nordrhein-Westfalen der “letzte Kick” durch die fehlende Verarbeitungsmöglichkeit (Aufschlußanlage).


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Datum: Montag, 24. November 2008 13:33
Themengebiet: Hanf | Trackback: Trackback-URL
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