Interview mit Herrn Kai Bartsch (Universität Hohenheim) über das Projekt “Powerpflänzchen-Bioenergie für junge Wissenschaftler”
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Robert Böhm: Sehr geehrter Herr Bartsch, Sie begleiten das Projekt „Powerpflänzchen – Bioenergie für junge Wissenschaftler“. Könnten Sie sich und das Projekt bitte kurz vorstellen?
Kai Bartsch: Ich bin Student an der Universität Hohenheim und studiere im 6. Semester Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie. In der Projektgruppe, die aus 10 Studierenden aus dem 4. und 6. Semester besteht, bin ich Kontaktperson und Ansprechpartner bezüglich aller Vorgänge mit unserem Projektpartner, dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF). Das Projekt „Powerpflänzchen – Bioenergie für junge Wissenschaftler“, das als Wanderstellung konzipiert ist und nacheinander an verschiedenen Schulen in Baden-Württemberg zu sehen sein wird, besteht aus acht mobilen interaktiven Ausstellungsinseln. Diese sind den Themenbereichen: „Was ist Energie?“, „Fossile Rohstoffe“, „Regenerative Energien“ und „Bioenergie“ zugeordnet. Die Inseln können von den Besuchern wie einen Parcours durchlaufen werden. Dort kann man in den einzelnen Stationen die Energie „mit allen Sinnen“ erleben. In einem dieser Ausstellungsinseln können die Kinder beispielsweise auf einem Tretfahrrad selbst Energie erzeugen und damit eine Glühbirne zum leuchten oder Wasser zu Kochen bringen. In dem zentralen Element der Ausstellung, für das ich auch mitverantwortlich bin, stellen wir die nachhaltige Biogaserzeugung einer Biogasanlage vor. Es gibt aber noch weitere interessante, sehenswerte Themeninseln, wie die über Öl und Biokraftstoffe.
Robert Böhm: Wie seid Ihr auf das Projekt-Thema gekommen und wie lange habt Ihr an dem Projekt gearbeitet??
Kai Bartsch: Das Curriculum des Studiengangs „Nachwaschende Rohstoffe und Bioenergie“ sieht eine Projektarbeit im 6.Semester vor. Eine Studiengangsverantwortliche ist dann auf die Ausschreibung des BMWF`s für den Wettbewerb „Ideen für Energien“ aufmerksam geworden und hat diesen als mögliches Projekt für die Studienarbeit unter der Studentenschaft vorgeschlagen.
An dem Projekt arbeiten wir jetzt seit Anfang März und am 23. April war Abgabe des Projektantrages. Während dieser Zeit haben wir uns Gedanken gemacht, diese entwickelt ausgefeilt und letztendlich in einem Antrag für das BMWF formuliert. Nach einer kurzen Leerlaufphase bis zur Absegnung des Antrags, geht es jetzt bis zum Jahresende um die abschließende Umsetzung des Projektes.
Robert Böhm: Was wollt ihr mit dem Projekt erreichen? Welche Intention habt ihr damit?
Kai Bartsch: Das Projekt zielt darauf ab Kinder und Jugendlichen die Energieforschung näher zu bringen. Zielgruppe sind dabei insbesondere Schüler und Schülerinnen der dritten und vierten Klasse. Mit unserem Projekt wollen wir auf die Endlichkeit fossiler Rohstoffe hinweisen, alternative Nutzungskonzepte aufzeigen und hierbei besonders auf die Bioenergie eingehen. Uns liegt dabei am Herzen den Schülern ein Bewusstsein für nachhaltige, ressourcenschonende und zukunftsfähige Energieerzeugung zu vermitteln.
Robert Böhm: Ihr seid mit dem Projekt beim Wettbewerb, „Ideen für Energien“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gestartet. Habt Ihr damit gerechnet dort zu den Gewinnern zu zählen und was macht ihr jetzt mit den 10.000 Euro Siegprämie?
Kai Bartsch: Ja, wir haben uns im Vorfeld eigentlich schon gute Chancen ausgerechnet, zu 100% sicher waren wir uns natürlich nicht aber wir wollten schon gewinnen!
Mit den 10.000 Euro? (lacht). Die werden zur Umsetzung des Projektes verwendet. Zum Beispiel für Präsentationsmaterialien, Werbebroschüren oder für anderweitige Kosten die sicher noch anfallen werden.
Robert Böhm: Der Ganze Wettbewerb stand ja unter dem Motto, „Die Zukunft der Energie“. In wie weit kann Bioenergie da zur Sicherung einer zukünftigen und nachhaltigen Energieversorgung in Deutschland beitragen?
Kai Bartsch: Biomasse ist die einzige regenerative Energie, die fast alles an Energieformen abdecken kann. Sie reicht von Wärme über Strom und Kraftstoffe. Die Bioenergie kann das ganze Jahr die Energienachfrage sicherstellen, sie ist dabei weitestgehen unabhängig von Wetter oder Sonne und macht uns damit auch unabhängig von fossilen Energieträgern. Letztendlich wird auch das Projekt zeigen, dass Bioenergie eine nachhaltige Energieversorgung in Deutschland sichern kann.

Stichworte: Bioenergie, Biokraftstoffe, Biomasse
