Niedersachsen führend im Bereich Biogas
Mit 900 Biogasanlagen die derzeit in Niedersachsen Gülle, Mist und pflanzliche Stoffe in Strom und Wärme umwandeln ist das Land bundesweit ein Vorreiter.
Umweltschützern stören sich jedoch besonders am verstärkten Anbau von Mais als Energiepflanze. Betreiber und Hersteller von Biogasanlagen sowie Wissenschaftler aus ganz Deutschland diskutieren in dieser Woche auf ihrer Jahrestagung in Leipzig über Entwicklungen in der Branche.
Als Haupt-Rohstoffquelle dienen Energiepflanzen wie Mais , aber auch Gülle und Mist aus der Viehhaltung, Bio-Gartenabfälle oder sogar Abfälle aus der Schlachtung oder Speiseabfälle eignen sich für die Energiegewinnung. Im Fall der letzt genannten Gruppen gelten jedoch besondere gesetzliche Bestimmungen aus dem Abfallrecht und speziellen Hygienevorschriften.
Nicht nur aus energetischer Sicht ist die Energiegewinnung aus Bioabfällen für den landwirtschaftlichen Raum ein Gewinn. Durch den Vertrieb der Abfälle haben Landwirte die Möglichkeit an zusätzliche Einnahmen zu kommen. Das regionale Handwerk profitiert von den Investitionen, denn auch bei den Anlagenbauern handelt es sich um mittelständische Betriebe. Diese Vorteile eines positive Struktureffektes gibt es bei Anlagen für fossile oder nukleare Energieträger nicht. Biogasanlagen weisen eine besseres Kosten-Nutzen-Verhältnisse auf.
Dennoch bleiben Umweltschützer skeptisch. Auch wenn grundsätzlich ein positive Grundhaltung der Bio-Energiegewinnung vorhanden ist so warnen die Kritiker auch vor einer «Vermaisung» der Landschaft. In den Augen der Skeptiker nimmt der Maisanbau zur Futtergewinnung und für Biogasanlagen zu dramatische Formen an. Mehr als 50 Prozent der Ackerfläche für den Maisanbau zu verwenden, ist zu viel. Daher wird gefordert speziell in Niedersachsen beim Bau weiterer Biogasanlagen «die Reißleine zu ziehen».
In der Bundesrepublik gab es 2008 rund 4100 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von rund 1400 Megawatt. Bayern (36 Prozent), Niedersachsen (17) und Baden Württemberg (14) haben den größten Biogasanlagenbestand. Die Spitzenposition mit einem Anteil von 26 Prozent an der in Deutschland installierten elektrischen Leistung besetzt Niedersachsen.
Betreiber und Experten sehen das Potenzial für Biogasanlagen in Niedersachsen noch nicht ausgeschöpft. 1000 bis 1500 Anlagen werden angestrebt. Aufgrund von Übersättigungsgründen sei ein Betrieb von weiteren Biogasanlagen darüber hinaus jedoch auch aus Kostengründen nicht mehr realisierbar.
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