Neues EU Gütesiegel zur Zertifizierung nachhaltiger Biokraftstoffe
Vor rund einer Woche hat die EU-Kommission ein Gütesiegel für Biokraftstoffe eingeführt. Es soll garantieren, dass die alternativen Kraftstoffe auch wirklich zum Klimaschutz beitragen. Damit hat die EU weltweit die strengsten Kriterien. Das neue Logo wurde in Brüssel vorgsestellt. Trotz allem gab es Kritik aus der Reihe der Umweltschützern. Diese werfen der Kommission vor, nicht zu verhindern, dass Weideland künftig zur Produktion von Benzin und Diesel verwendet wird.
Für das EU-Siegel muss die gesamte Herstellungskette vom Landwirt über den Händler bis zur Tankstelle betrugssicher überprüft werden. Bio-Diesel und Bio-Benzin dürfen nicht aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, die aus tropischen Wäldern oder von vor kurzem gerodeten Flächen, entwässerten Torfmooren, Feuchtgebieten oder Flächen mit großer biologischer Vielfalt stammen. Auch Treibstoff aus Ölpalmenplantagen erfüllt die EU-Nachhaltigkeitsanforderungen nicht.
Darüber hinaus müssen anerkannte Biokraftstoffe CO2-Einsparungen von mindestens 35 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen erreichen. Dieser Prozentsatz steigt 2017 auf 50 Prozent und 2018 für Biokraftstoffe aus neuen Anlagen auf 60 Prozent. Die Mitgliedsstaaten sollen das Siegel auch für importierten Treibstoff einführen.
Umweltaktivisten bemängeln, dass so lange die Kommission das Problem der indirekten Landnutzung nicht angingen, alle Nachhaltigkeits-Logos irreführend und kontraproduktiv seien. Bei der indirekten Landnutzung werden Tropenwälder zunächst gerodet, um Weideland für Rinder zu schaffen. Nach einer Übergangszeit werden die Flächen dann aber doch zum Sojaanbau für die Kraftstoffproduktion genutzt. Energiekommissar Oettinger räumte ein, dass ein entsprechender Missbrauch nicht ausgeschlossen werden könne.
Die EU hat festgelegt, dass 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs bis 2020 durch erneuerbare Energien gedeckt werden müssen. Für den Verkehrssektor gilt ein Ziel von 10 Prozent. Diese Leitlinien sollen ab Dezember umgesetzt werden.
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