“Die Welt in fünf Jahren ist grün, IGNISCUM grün!” - Im Gespräch mit Stefan Lebzien (2E Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG)

Geschrieben von: KM

Klaus-Martin Meyer: Herr Lebzien, Sie arbeiten für die Firma 2E Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG. Könnten Sie diese bitte kurz vorstellen?

Stefan Lebzien: Die Firma 2E Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG ist ein junges, modernes und flexibles Unternehmen. Wir sind 2006 gegründet worden und strukturieren uns unter dem „Dach“ der 2EUGroup. Geschäftsführer der insgesamt 10 Unternehmungen im Bereich Energiewirtschaft ist Herr Franz A. Wimmer. Hier entstand der Gedanke des absoluten Energiekreislaufs – von der Rohstoffsicherung über die energetische Benutzung bis zur Effizienzsteigerung/ Nährstoffrückfuhr.
Die 2E tritt als Züchter/ Produzent/ Eigennutzer/ strategischer Partner in Großprojekten/ Sortenschutznehmer und Berater für die Pflanzenzüchtung IGNISCUM auf und übernimmt im inneren Bereich der Gruppe die Rohstoffsicherung.
Neben der Verwendung von Biomasse zum Eigennutz stehen auch Ballenpflanzen zum Verkauf zur Verfügung. Somit sind die Tätigkeiten von höchst anspruchsvollen wissenschaftlichen Bearbeitungen bis hin zu „einfachen“ Pflanzenbaudurchführungen und Beratungen weit gefächert.

Klaus-Martin Meyer: Sie treiben bim Rahmen Ihrer Tätigkeit das Projekt “Igniscum” voran. Was hat es damit auf sich?

Stefan Lebzien: Das Projekt IGNISCUM ist eine interdisziplinäre Angelegenheit. Es spielen verschiedene Partner, angefangen bei Universitäten über Landesanstalten und Forschungszentren hin zu privaten Instituten zusammen, um die Vorteile und auch eventuelle kleine Nachteile der Pflanze aufzudecken. Wir haben daher in dem Projekt ein deutschlandweites Netz aus Testflächen angelegt, welches mittlerweile etwa 12 Hektar umfasst. Angelegt sind die einzelnen Flächen immer auf die Maße eines Hektars, sodass wir genau bestimmen können welche Massen, Kosten oder Arbeitszeiten anfallen ohne von wenigen Quadratmetern hochrechnen zu müssen.
Weiterhin hilft uns die Anlage der Flächen in den verschiedenen Wuchsgebieten Deutschlands auch Aussagen über Anbau-, Pflege- sowie Erntebedingungen geben zu können. In der Summe wollen wir an dieser Stelle unserer beratenden Funktion als Rechteinhaber der neuen Pflanzenzüchtung IGNISCUM gerecht werden.

Klaus-Martin Meyer: Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Erfolgsfaktoren bei der Einführung eines neuen nachwachsenden Rohstoffes?

Stefan Lebzien: Wirklich neue nachwachsende Rohstoffe stehen dem Markt so gut wie gar nicht zur Verfügung. Alles was wir kennen sind Weiterentwicklungen und Pflanzen die nach geraumer Zeit wieder aus der Schublade geholt werden. Diese Rohstoffe stehen an der Schwelle ihrer biologischen Möglichkeiten. Wir benötigen wirklich neue, unter dem Begriff „Energiepflanze“ unbekannte Individuen. In diese Lücke stoßen wir mit IGNISCUM. Sie vereint viele positive Eigenschaften, die speziell für die Energieproduktion auf dem Feld wichtig sind, auf sich.
Die wesentlichen Faktoren liegen seit Jahren auf der Hand. Dies ist zu aller erst mit der hohen Massenproduktion anzuführen. Weiterhin schlagen die breite Standortamplitude, die Genügsamkeit (30 Bodenpunkte), der mögliche mehrmalige Jahresschnitt, die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten (Hackgut, Pellets, Biogas), die Konkurrenzkraft (ohne PSM) und die lange Nutzungsdauer (20 Jahre plus) positiv zu Buche, ohne weiter die sozioökonomischen Vorteile anzuführen. Dies alles sind Erfolgsfaktoren, die uns sehr helfen den Markt „neu“ zu beleben.

Klaus-Martin Meyer: Welche Resonanz bekommen Sie aus den Reihen der Landwirte und den Abnehmern des Rohstoffes?

Stefan Lebzien: Eine weitgehend sehr gute Resonanz kommt uns und unserem Projekt zu Gute. Das zeigen allein die Zahlen über die Vorbestellungen und der Fakt, dass in diesem Jahr mehr Nachfragen als Angebot uns (erfreuliche) Sorgen bereiteten. Ich möchte daher hier zum Ausdruck bringen, dass wir ab 2009 allen Nachfragen nachkommen werden. Wichtig hierfür ist eine mind. halbjährliche Vorbestellung vor dem Pflanztermin im Mai.
Natürlich gibt es auch die andere Seite von Landwirten, welche durch die Skepsis in Neuheiten bislang von einem Anbau absehen. Diesen Leuten geben wir gerne die Chance sich Flächen anzuschauen oder Maßnahmen, wie Beerntung oder Anbau, z.B. im Internet zu besichtigen.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluß unsere Standardfrage. Wie sieht die Welt für Igniscum in fünf Jahren aus?

Stefan Lebzien: Richtiger würde die Frage lauten: Wie sieht die Welt ohne IGNISCUM in fünf Jahren aus? Die Pflanze hat das Potenzial viele Probleme in der Energiepolitik zu lösen. Sie kann die Konkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Energiepflanzen entschärfen und eine Wertschöpfungskette in den strukturschwachen ländlichen Raum importieren. Dieser Mehrfachnutzen ist bereits heute politisch gewünscht und wird in einigen Bundesländern konkret in Projekten verfolgt.
Die Abkehr von der Atomkraft muss langfristig abgefangen werden. Ein Anbau von IGNISCUM kann im Bereich Biomasse bestehende und neue Kraftwerke (Biogasanlagen) effizienter und erfolgreicher machen. Zudem erweitert sich die Palette der verfügbaren nachwachsenden Rohstoffe und trägt damit zu einer Gesundung (siehe Zünsler, Bohrer) bei.
Die Welt in fünf Jahren ist grün, IGNISCUM grün!


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Datum: Montag, 1. September 2008 20:22
Themengebiet: Bioenergie | Trackback: Trackback-URL
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