Fortschritt in Schmerzmittelbranche - Facchini und Hagel finden Schlafmohn- Gen für Kodein/ Morphium Umwandlung
Schlafmohn gilt als die wichtigste Quelle für die in der Pharmaindustrie verwendeten Wirkstoffe Kodein, Morphium und Oxycodon. Die Pflanze, die sonst eher als Heroinpflanze bekannt ist, wird bereits seit Tausenden von Jahren wegen ihrer medizinischen und betäubenden Eigenschaften angebaut.
Kodein ist eines der weltweit am häufigsten verschriebenen Schmerzmittel. Hauptsächlich gewinnt man es aus Morphium. Die Substanz kann zwar direkt der Mohnpflanze entnommen werden, doch dieser Vorgang ist nicht so effizient. Schlafmohn wandelt Kodein in Morphium um, daher kommt Morphium dort in größeren Mengen vor. Ein Großteil des zu pharmazeutischen Zwecken produzierten Morphiums wird daher zu Kodein weiterverarbeitet.
Die menschliche Leber wiederum wandelt mithilfe eines Enzyms das verabreichte Kodein zu Morphin um. Diese Substanz ist es, die schmerzlindernd wirkt. Allein in Kanada werden mehr als hundert Millionen Dollar jährlich mit kodeinhaltigen pharmazeutischen Produkten umgesetzt.
Nach einem halben Jahrhundert der Forschung haben jetzt endlich die zwei Wissenschaftler Peter Facchini und Jilian Hagel die Gene des Schlafmohns entdeckt, die für die Produktion von Kodein und Morphium verantwortlich sind. Ein riesiger Fortschritt für die Schmerzmittelindustrie.
Facchini, Professor für Biowissenschaften an der University of Calgary und seine Kollegin Hagel fanden Gene, die ein spezielles Enzym herstellen, das die chemische Reaktion vorantreibt, bei der Kodein in Morphium umgewandelt wird. Über 23.000 verschiedene Gene mussten die Forscher untersuchen, bis sie Erfolg hatten. Das gesuchte Enzym heißt O-Demethylase (ODM). Es wird in der Zelle aus dem genetischen Bauplan hergestellt. Nun ist man in der Lage zu verstehen, wie der Schlafmohn das Morphium herstellt.
Forscher wollen dieses Wissen dazu nutzen, Pflanzen zu entwickeln, bei denen der Umwandlungsprozess von Kodein in Morphin nicht mehr stattfindet. Dies verspricht die Produktion von Schmerzmitteln deutlich zu verbessern.
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