“Die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe wurde 2005 von C.A.R.M.E.N. e.V. der Bayerischen Koordinierungseinrichtung für Nachwachsende Rohstoffe gegründet.” - Im Gespräch mit Edmund Langer

Geschrieben von: KM

Klaus-Martin Meyer: Herr Langer, Sie betreuen die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe. Könnten Sie sich und die Stiftung bitte kurz vorstellen?

Edmund Langer: Die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe wurde 2005 von C.A.R.M.E.N. e.V. der Bayerischen Koordinierungseinrichtung für Nachwachsende Rohstoffe gegründet. Wir wollten unabhängig vom Verein C.A.R.M.E.N., der intensiv im Tagesgeschäft tätig ist eine Plattform schaffen , in der Aktivitäten, besonders im Bildungsbereich, schnell und unbürokratisch unterstützt werden können. Da die Stiftung noch mit relativ wenig Kapital ausgestattet ist, wird die gesamte Verwaltung von CARMEN mit organisiert und getragen. So können die gesamten Erträge für Projekte verwendet werden. Ich betreue im Auftrag des Stiftungsvorstands bei C.A.R.M.E.N. e.V., wo ich in der Geschäftsführung tätig bin, die Stiftung mit.

Klaus-Martin Meyer: Ihre Stiftung vergibt diverse Preise. Was hat es damit auf sich?

Edmund Langer: Wir haben in der Region Straubing sehr gute Unterstützung durch die Politik, durch die Verwaltung, aber auch durch die ansässigen Unternehmen. Im Zuge der Stiftungsgründung hat sich zuerst die Volksbank Straubing bereit erklärt jährlich einen Gymnasialpreis zu vergeben. Dieses Jahr konnten bereits zum dritten Mal Schüler mit dem Preis ausgezeichnet werden, die herausragende Facharbeiten zur Thematik Nachwachsende Rohstoffe erstellt haben. Der Preis ist mit 1500 EUR dotiert und hat zur Folge, dass sich im Landkreis Straubing-Bogen und darüber hinaus Schulen, Lehrer und Schüler vermehrt mit unseren Themen beschäftigen. So gelingt es über die Aktivitäten der
Stiftung die Themen Ressourcenschonung, Klimaproblematik und Erneuerbare Energien sehr früh ins Bewusstsein zu rücken und so zum Umdenken anzuregen.
Den zweiten Preis stiftet dieses Jahr erstmalig die Raiffeisenbank Straubing. Der Hochschulpreis ist mit 2500 EUR dotiert. Ausgezeichnet werden Diplomarbeiten, Master Thesis und Doktorarbeiten. Hierzu wurden vorerst alle Bayerischen Hochschulen angeschrieben und informiert. Die Resonanz war bereits sehr gut, der Preis wird am 20.11.2008 in Straubing verliehen. Wir wollen damit auch die
Wissenschaft verstärkt dazu bringen die Forschung und Entwicklung im Bereich Biomasse voranzutreiben.
Der Medienpreis wird aus den Erträgen des Stiftungsvermögens finanziert. Der erste Preis ging dieses Jahr an das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt, das sein 20 Jahren die Nachwachsenden Rohstoffe propagiert und damit enorm dazu beigetragen hat die Entwicklung zu unterstützen.
Gerade in den Medien wird das Thema sehr positiv unterstützt und Entwicklungen kritisch begleitet. Diese unabdingbaren Aktivitäten von Journalisten, Verlagen und Anderen haben sehr zum guten Ruf der Nachwachsenden Rohstoffe beigetragen. Ohne diese gute Informationspolitik wäre die Bevölkerung nicht für das Thema zu gewinnen. Gerade die Nachwachsenden Rohstoffe, die in fast allen Bereichen des täglichen Lebens eine Rolle spielen, können nur so ins Bewusstsein kommen. Der Medienpreis soll herausragende Arbeit auf diesem Gebiet hervorheben und unterstützen.

Klaus-Martin Meyer: Wie kann man die Arbeit der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe unterstützen?

Edmund Langer: Da das Stiftungsvermögen mit gut 100.000 EUR noch sehr bescheiden ist, hilft eigentlich jede Zustiftung. Die Erträge der Stiftung sind daher noch gering. Da wir besonders im Bildungsbereich noch sehr viel mehr Arbeiten unterstützen möchten und aus unserer Arbeit bei C.A.R.M.E.N. wissen, dass oft bereits kleine Summen gute Projekte voranbringen können, müssen wir den Stiftungsgrundstock noch erweitern. Die Erträge der Stiftung gehen zu 100% in die Unterstützungsarbeit. Der Stiftungsvorstand und der Stiftungsrat, dessen Vorsitzender der Bayerische Landtagspräsident Alois Glück ist, arbeiten ehrenamtlich, die Verwaltung wird bei C.A.R.M.E.N. kostenfrei mit erledigt, sogar der Wirtschaftsprüfer Prof. Eberhard Reinöhl erstellt die Buchführung, die Bilanzen und die Prüfung kostenlos.

Klaus-Martin Meyer: Können Sie unseren Lesern über eine besondere Erfolgsgeschichte berichten, zu der Ihre Stiftung in besonderem Maße beitragen konnte?

Edmund Langer: Gerne würden wir so eine Geschichte schon jetzt präsentieren. Leider haben wir hierzu noch zu wenige Projekte unterstützen können. Allerdings konnten wir durch private Spenden das ursprüngliche Stiftungsvermögen bereits verdoppeln, wir sehen das auch als Anerkennung der guten Vorarbeit von C.A.R.M.E.N.. Auch, dass die zwei Genossenschaftsbanken Volksbank und Raiffeisenbank dauerhaft das Thema Nachwachsende Rohstoffe fördern ist ein Erfolg.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluß interessiert uns ein Ausblick. Welche Aktivitäten wird Ihre Stiftung in fünf Jahren fördern? Wo sehen Sie im Hinblick auf nachwachsende Rohstoffe besonders interessante Entwicklungen?

Edmund Langer: Schon in den letzen Jahren ist die Bedeutung der Nachwachsenden Rohstoffen in der Forschungs- und Entwicklungslandschaft vorangekommen. Gerade hier muss aber noch viel mehr geschehen. Vergleicht man die Nachwachsenden Rohstoffe mit anderen Gebieten, z.B. der Erdölchemie oder der Atomenergie, dann müssen hier noch gewaltige Ressourcen gehoben werden. Wenn man sieht mit welchen, eigentlich bescheidenen Mitteln, in den letzen 20 Jahren z.B. die biologisch abbaubaren Werkstoffe, die herkömmliche Kunststoffe ersetzen, zu High Tech Produkten entwickelt wurden, kann man sich vorstellen, wieviel Potenzial noch in den Nachwachsenden Rohstoffen steckt.


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Datum: Donnerstag, 2. Oktober 2008 19:08
Themengebiet: Allgemein | Trackback: Trackback-URL
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