Neuer umweltfreundlicher Baustoff - ein Haus aus Holz, Hanf und Lehm

Geschrieben von: KM

Das Rad wurde nicht neu erfunden, doch mit dem Projekt NEUZEITBAU liegt der Architekt Frank Braun aus Berlin voll im Trend. Mit den Zutaten Sonne, Wasser, Lehm und Hanf produziert der 51jährige Visionär einen wärmedämmenden und atmungsaktiven Baustoff, der es mit industriell hergestellten Materialen durchaus aufnehmen kann. In Belzig nahe Berlin, entsteht derzeit das erste NEUZEITBAU Musterhaus. Ab März 2008 kann der Prototyp von privat und professionell interessierten Besuchern in Augenschein genommen werden.

Das bezüglich des immens steigenden Energieverbrauchs einiges zu optimieren ist, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein, doch gerade die Bauindustrie hat hier noch einige Defizite, im Hinblick auf Ressourcen schonende Produktionsprozesse, wett zu machen.

Bei Neuzeitbau beginnt der Herstellungsprozess des Basismaterials mit dem Anbau des nachwachsenden Rohstoffs Hanf, der pro Hektar in einer Wachstumsperiode bis zu 13 Tonnen CO2 reduziert. Es ist kein fabrikmäßiger Aufschluss des Materials nötig, da die Pflanze als Ganzes verwertet wird. Das gehäckselte Hanfstroh wird mit Lehm und Wasser vermengt und in Formen gegossen. Das Material wird nicht aufwendig gebrannt, wie dies bei herkömmlichen Ziegeln der Fall ist, sondern lediglich, bei einer Temperatur von 40-50 Grad, luftgetrocknet. Temperaturen in diesen Größenordnungen können sogar solarthermisch erzeugt werden. Auf diese Weise wird ein Baumaterial, mit einer Wärmeleitzahl von unter 0,1 Watt/mk. (Messergebnis der TU Dresden), hergestellt und gleichzeitig die heute geforderte Wärmedämmung, bei einer Außenwanddicke von 36 cm, erfüllt.

Reine Lehmbauten sind allerdings hierzulande nicht allzu oft anzutreffen, da ein Haus in diesen Breiten auch einmal mit den Füßen im Wasser stehen kann und deshalb eine sichere Statik nicht gewährleistet ist. Was allerdings Tradition hat, ist zunächst ein Tragwerk aus Holz aufzubauen und die Zwischenräume (Gefache) mit Lehm und Stroh auszufüllen, wobei man speziell beim Hanfstroh wesentliche Vorzüge gegenüber dem herkömmlichen Getreidestroh vorfindet. Zum einen ist der Hektarertrag der einjährigen Pflanze um ein wesentliches höher als bei Getreidearten, was der CO2 Bindung entgegenkommt und zum anderen liegt eine höhere Faseraminierung vor, die für weniger Volumenschwund bei der Austrocknung sorgt und schlussendlich ist es schädlingsresistenter.

Der Architekt und Entwickler Braun ist zuversichtlich, dass sein Projekt, bei umweltbewussten Bauherren, auf eine große Akzeptanz stoßen wird, zumal die Erstellungskosten weit unter den marktüblichen Preisen für Energiesparhäuser liegen. Seine Vision geht sogar einen Schritt weiter und sieht in dieser energieeffizienten Einzelform vielleicht schon den künftigen städtebaulichen Entwurf des Informationszeitalters.

Weitere Informationen unter
oder unter Neuzeitbau GmbH, Tel. 030/ 81099474, http://www.neuzeitbau.de


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Datum: Donnerstag, 14. Februar 2008 14:38
Themengebiet: Allgemein Trackback: Trackback-URL
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