Neue Bioraffinerie könnte alle Bestandteile des Holz veredeln
Staatssekretär Gert Lindemann (Landwirtschaftsministerium): „Ein Meilenstein zur besseren Ausschöpfung des Potenzials heimischer Rohstoffe.“
Forscher finden ein einfaches Verfahren zur Separierung der Holzinhaltsstoffe von Laubholz und gehen damit einen wichtigen Schritt zur Herstellung chemischer Zwischenprodukte und Werkstoffe in Bioraffinerien. Besonders bisher nicht effektiv verwertbare Restholzpartien sollen als Rohstoff dienen.
Seit dem Jahr 2007 entwickeln und evaluieren 15 Partner unter Koordination der Dechema eine Lignocellulose-Bioraffinerie im Labormaßstab – mit Erfolg: Den Wissenschaftlern ist es jetzt erstmals gelungen einheimisches Buchen- und Pappelholz so aufzuschließen, dass die drei Bestandteile Cellulose, Hemicellulosen und Lignin getrennt anfallen. Damit eröffnen sich neue und möglicherweise bessere wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten für die Holzbestandteile Hemicellulose und Lignin. Aus den gewonnenen Fraktionen lassen sich chemische Zwischenprodukte sowie Bindemittel und Füllstoffe für Holzwerkstoffe und Kunststoffe gewinnen.
Eine erste Schätzung für eine großtechnische Nutzung unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten ergab, dass das erprobte Konzept in einer Bioraffinerie mit einer Jahreskapazität von 400.000 Tonnen Laubholz sinnvoll zum Einsatz kommen könnte. Voraussetzung ist, dass es gelingt, die Ligninfraktion für die Herstellung bislang erdölbasierter Produkte zu verwenden.
Als Zwischenschritt ist jetzt in einem Folgeprojekt der Bau einer Pilotanlage in Leuna geplant, die rund 1,25 Tonnen frische Holzhackschnitzel pro Woche verarbeiten soll. Sie wird ebenso wie das jetzt abgeschlossene Vorhaben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, gefördert.
Stichworte: Bioraffinerie, FNR
