Kompostierbare Urnen
Wie aus einem der jüngeren Beiträge auf www.nachwachsende-rohstoffe.info hervorgeht, stoßen Urnen aus nachwachsenden Rohstoffen am Markt auf Widerstände. Am Beispiel der Bio-Urnen der Marke Florat aus einem Naturfaser-Stärke-Gemisch wird dargestellt, dass die Anbieter von Urnen offenbar sehr konservativ sind und standardmäßig regelmäßig nur einen Urnentyp anbieten und dieser ist aus Metall. Diese sind jedoch mit erheblichen Nachteilen für die öffentliche Hand und die Hinterbliebenden verbunden: Laut Angelika Kell vom Büro der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Gisela Kallenbach lassen sich ca. 70% der Bürger Sachsens in Metall-Urnen beerdigen. Die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Liegefrist beträgt je nach Bundesland bis zu 20 Jahre nach der Beerdigung. Die Metall-Urnen im Zweigefäßsystem verrotten nicht und müssen ausgegraben und umgesetzt werden. Sie werden in eine Sammelstelle umgebettet, um die Grabplätze wieder neu belegen zu können. “Bei rund 46.000 Urnen im Freistaat pro Jahr belaufen sich die Kosten insgesamt schon mal auf 8,5 Millionen Euro jährlich “, so Kell. Diese Kosten müssen, von Fall zu Fall, entweder von den Hinterbliebenen oder von den Kommunen beglichen werden. Diese Kosten könnten durch kompostierbare Urnen aus nachwachsenden Rohstoffen sicherlich eingespart werden.
Anbieter von biologisch abbaubaren Urnen gibt es durchaus. Die Urnen der Marke Florat wurden bereits erwähnt. Die Firma Jacob Winter GmbH bietet Urnen aus Naturfaser-Verbundwerkstoffen auf Basis von Bastfasern und PLA (Polylactid) an. Auch Urnen aus Holz werden durchaus angeboten. Sicherlich sollte auch der Markt für Tierurnen nicht zu unterschätzen sein. Gerade Tierfreude sollte sich ja besonders für den Erhalt der Umwelt interessieren.
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