Kompostierbare Kunststoffbeutel im Bioabfall werden zu Problemfall - Gutachten des UBA zu Biokunststoffverpackungen
In den letzten Jahren gelangen immer mehr biologisch abbaubare Kunststoffe in den Handel. Schalen, Einwegbesteckt, Becher und Bioabfallbeutel- und Tüten. Was generell als positiver Trend zu bewerten ist, stellt ein Problem für die Abfallwirtschaft dar.
Biologisch abbaubaren Beutel, die aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen wie Mais und Weizen hergestellten werden, finden häufig Verwendung als Sammelbeutel für Bioabfall, da die Nutzer denken, dass die Biokunststoffe in Kompostierungsanlagen ökologisch verwertet werden.
Dem ist jedoch nicht so. Da sich die Biobeutel optisch kaum von anderen Plastiktüten unterscheiden, werden sie als Störstoffe vollautomatisch aussortiert und als Restabfall entsorgt. Dies verursacht zusätzliche Kosten. Die Zusatzkosten gehen letztendlich in die Kalkulation der Bioabfallgebühren ein, die die Städte und Gemeinden bezahlen müssen.
Auch die Müllwerker können die biologisch abbaubaren Kunststoffbeutel von normalen Plastiktüten kaum unterscheiden. Im schlimmsten Fall bleibt die Biotonne wegen falscher Befüllung ungeleert stehen.
Daher wird empfohlen, den Bioabfall in Papiertüten, die auch im Handel angeboten werden, zu sammeln oder die Küchenabfälle direkt in Zeitungspapier einzuwickeln. Dieses Vorgehen hält die Fliegen von den Bioabfällen fern und verhindert eine Madenbildung in der Biotonne. Zusätzlich werden Flüssigkeiten im Bioabfall durch das Zeitungspapier gut aufgesaugt.
UBA erstellt Sondergutachten
Auch in einem anderen Zusammenhang machen biologisch abbaubare Kunststoffverpackungen Schlagzeilen.
Das Umweltbundesamt (UBA) will in Kürze prüfen lassen, ob die Sonderstellung des kompostierbaren Plastiks gerechtfertigt ist. Diese Verpackungen sind von der Rücknahme- und Pfandpflicht bis Ende 2012 befreit.
Das Umweltbundesamt will noch in diesem Jahr ein Sonderforschungsgutachten vergeben, das Aufklärung schaffen soll, ob die Sonderstellung biologisch abbaubarer Kunststoffverpackungen über das Jahr 2012 hinaus weiter bestehen soll.
Im Mittelpunkt des Gutachtens sollen Ökobilanzen zu einzelnen Verpackungen stehen. Gleichzeitig sollen erstmals statistische Zahlen sowohl über die in Verkehr gebrachten Mengen, als auch über deren Verbleib erhoben werden.
Stichworte: bioabfälle, Biokunststoffe, biologisch abbaubar, UBA
