EU-Rapsmarkt vor unsicheren Zeiten

Geschrieben von: Günther Wiedl

Als wichtiger Rohstoff für FAME (fatty acid methyl ester) bzw. Biodiesel gilt Raps. Rapsöl wird zusammen mit anderen Ölpflanzen umgeestert (mit Methanol behandelt). Das chemische Produkt nennt man Pflanzenöl(fettsäure)methylester (PME). Zusätzlich ist noch die Umesterung von Altspeiseölen und -fetten sowie von tierischen Fetten möglich. Diese beiden Formen werden zwar getrennt hergestellt, können aber problemlos vermischt werden. Die handelsübliche Bezeichnung für alle Formen von Fettsäuremethylester lauten Biodiesel oder FAME.

 In den letzten Jahren hat sich der EU-Rapsmarkt bescheiden entwickelt. Der Marktanteil an Biodiesel beträgt heute rund fünf Prozent des Gesamtkraftstoffs. EU-weit wurden 2012 etwa 10,5 Millionen Tonnen eingesetzt. Jedoch rechnet man 2013 mit einem Rückgang auf 9,8 Millionen Tonnen.

Für den Rückgang werden diverse Faktoren verantwortlich gemacht, dazu gehört vor allem die Konkurrenz zu anderen Kraftstoffen wie Bioethanol. Weiters hat Argentinien als großer Rapsexporteur  seine Zölle erhöht. Somit rechnet man mit einem Importtief: prognostizierter Sturz der Importmengen  für die EU von 2,7 Millionen Tonnen (2011) auf 1,7 Millionen Tonnen (2013).

Die Einführung des sogenannten iLUC - Faktors (indirekte Landnutzungsänderung) gilt ebenso als problematisch. Ölsaaten werden in iLUC-Szenarien besonders schlecht dargestellt. Sollte es zu einem Raps Rückgang am Markt kommen, sind im Futtermittelsektor Engpässe zu erwarten, denn rund 60 Prozent der Rapsernte gelangen als Schrot ins Mischfutter.

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Datum: Mittwoch, 14. November 2012 17:37
Themengebiet: Allgemein, Bioenergie, Öl- und Proteinpflanzen Trackback: Trackback-URL
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